Mittwoch, 13. März 2013

Tagestour: Laguna de los Tres, 1200 m, El Chaltén/Argentinien

Diese Wanderung sollte eigentlich eine Art Auslaufen sein, nachdem wir am Tag vorher einen Marsch zum Cerro Torre (der dann typischerweise in Wolken war) über 35 Kilometer und 800 Höhenmeter (8 Stunden reine Laufzeit) hinter uns gebracht hatten. Es wurde dann aufgrund des tollen Wetters doch mehr: Laguna de los Tres, der Gletschersee des Fitz Roys. Näher kann man dem Berg als Wanderer nicht kommen. Und es ist mehr als bewegend, am Fuß dieses gewaltigen Berges zu sitzen.
Noch halb in den Wolken: Poincenot und Fitz Roy (rechts)/Copyright: Lena Herrmann
Laguna de los Tres/Copyright: Lena Herrmann
Gletschermassen schieben sich den Hang hinab/Copyright. Lena Herrmann
Fitz Roy/Copyright: Lena Herrmann

Samstag, 9. März 2013

Tagestour: Glaciar Perito Moreno, El Calafate/Argentinien

Der berühmteste Gletscher der Welt und wir sind ihm vier Stunden lang auf dem Haupt rumgestiegen. Nach einer Bootsfahrt und zwei Stunden Aufstieg über die sandigen Moränen haben wir mit Steigeisen den Gletscher betreten. Eine der lustigsten Touren unseres Trips, den mit uns waren fünf durchgeknallte Chinesinnen...
Zwei Meter schiebt sich dieser Eisbrocken jeden Tag vor und wird doch nicht kleiner. 500 Meter ist das Eis unter unseren Füßen dick und leuchtet in allen Blautönen.
Copyright: Lena Herrmann
Copyright: Lena Herrmann
Copyright: Lena Herrmann


 

Freitag, 8. März 2013

Mehrtagestour: Torres del Paine, W-Trail, Patagonien/Chile


Das Herzstück unserer Patagonienreise: Fünf Tage Torres del Paine in Chile. 5 Tage, rund 80 km und ca. 3000 Höhenmeter:

1. Tag:
Am ersten Tag sind wir vom Eingang des Nationalparks bei strahlendem Sonnenschein bis hoch zu den Torres gelaufen: Sechs Stunden, 1200 Höhenmeter und oben ein Blick auf die drei Torres, der einen von den Socken haut. Rund 1600 Meter sind die Granitwände hoch und wir haben mit Kennermiene die Risse analysiert, an denen man hochklettern könnte. Wir haben es gelassen und sind zu unserer ersten Hütte zurückgekehrt. Refugio Chileno.
Copyright: Lena Herrmann

Torres del Paine/Copyright: Lena Herrmann
2. Tag:
Heute geht es nach den Anstrengungen des Vortags ganz entspannt in vier Stunden fast eben zum Refugio Los Cuernos, wo wir eine kleine Hütte mit zwei Betten für uns allen haben. Es ist so warm, dass manche Leute sogar baden und wir uns ein bisschen verbrennen. Wer rechnet schon damit, dass die Sonne auf der Südhalbkugel plötzlich von Norden kommt und auf dieser Strecke direkt in unseren ungeschützten Nacken scheint.
Copyright: Lena Herrmann
Copyright: Lena Herrmann
Die Route ist traumhaft: Immer entlang der großen Seen, rechts von uns erstrecken sich die imposanten Bergriesen.
Copyright: Lena Herrmann



3. Tag:

Copyright: Lena Herrmann

Copyright: Lena Herrmann
Ein neunstündiger Wandertag vom Refugio Los Cuernos (nach einem unfassbaren Sonnenaufgang) zum Refugio Paine Grande. Mit einem Abstecher in das Valle Francés, wo zehnminütlich vom Gletscher Lawinen abgehen und das Grollen einen die Wanderung hindurch begleitet. Das Wetter: immer noch super, der Kondor kreist majestätisch am Himmel. Und trotzdem habe ich am Ende des Tages die Nase voll. Nur noch Rotwein und eine lustige Begegnung mit zwei deutschen Weltreisenden lässt den Schmerz vergessen.


4. und 5. Tag:
Copyright: Lena Herrmann
Nach den Strapazen des Vortags geht es heute zum Refugio Grey, das am gleichnamigen Fluss und Gletscher liegt. Und endlich dürfen wir dank eines sehr überraschenden und heftigen Regenschauers unsere neuen Regenhosen anziehen. Patagonischer Wind - endlich erleben wir den auch. Und sehen den ersten Gletscher, der in einen See kalbt. Dementsprechend begeistern uns die vielen Eisberge im See.
Copyright: Lena Herrmann
Copyright: Lena Herrmann

Am nächsten Morgen geht es drei Stunden zur Fuß zum Katamaran und mit dem Bus zurück nach Puerto Natales.
Copyright: Lena Herrmann



Montag, 25. Februar 2013

Tagestour: Glaciar Martial,1050 m, Ushuaia, Feuerland/Argentinien



Oberhalb von Ushuaia;
Copyright: Lena Herrmann

Der Weg führt ein Flussbett entlang;
Copyright: Lena Herrmann

Immer geradeaus geht es auf den Gletscher zu;
Copyright: Lena Herrmann

Wer zurückblickt, hat einen atemberaubende Aussicht auf den Beagle-Kanal;
Copyright: Lena Herrmann

Viel Eis hat er nicht mehr;
Copyright: Lena Herrmann

Gut getarnt;
Copyright: Lena Herrmann

Irgendwann endet der Aufstieg einfach, zurück geht es die gleiche Route;
Copyright: Lena Herrmann

Über Holzplanken geht es durch die niedrigen Buchen;
Copyright: Lena Herrmann

Vom Winde verweht;
Copyright: Lena Herrmann

Sonntag, 27. Januar 2013

Rodeltour: Kampenwand, 1669 m, Chiemgauer Alpen

Bisher habe ich die Kampenwand irgendwie immer zum Teufel gewünscht. Einmal bei einer alpinen Klettertour, als wir richtig fies vom Gewitter überrascht wurden. Diesmal bei unserer Rodeltour.


Copyright: Lena Herrmann

Den Schlitten haben wir hochgezogen. Am Anfang noch bester Dinge. Aber irgendwann kommt man auf die Skipiste, kann erst noch am Rande hochstapfen in einer langen Reihe von Tourengehern, die einen ein bisschen vor den runterrasenden Skiläufern beschützen. Doch irgendwann läuft man mitten auf der Piste. Immer höher und höher, bis knapp unters Gipfelkreuz. Bis zur Steinlingalm.

Um den Berg ein bisschen in Schutz zu nehmen: Eigentlich ist es nicht Sinn der Sache, mit dem Schlitten so weit hoch zu laufen. Aber der Ehrgeiz hat uns dann doch irgendwann gepackt. Rodeltour.de beispielsweise empfiehlt, bei Erreichen der Skipiste umzudrehen. Dann aber wäre es eine arg kurze Rodelstrecke, denn zwischendrin muss man absteigen und ein Stückchen den Schlitten ziehen.


Copyright: Lena Herrmann

Bewertung: Ein eindrucksvoller Blick auf den Chiemsee versüßt zumindest den nur begrenzt idyllischen Aufstieg. Und die Abfahrt ist zwischendruch wirklich schön und richtig rasant. Für Kinder ist die Strecke nicht zu empfehlen und auch wir machen das künftig lieber mit zwei Schlitten.

Zeiten:
Waldparkplatz Hintergschwend (820 m) - Gori-Alm (1240m) 1:15 Stunden
Gori-Alm (1240m) - Steinlingalm (1360 m): 0:45 Stunden
Insgesamt: 2:00 Stunden und 540 Höhenmeter in Aufstieg.

Montag, 15. Oktober 2012

Klettersteig: Mindelheimer Klettersteig/Schafalpenkopf, 2320 m, Allgäuer Alpen


Copyright: Stephan Knapek
Jeder, der den Mindelheimer Klettersteig schon einmal gemacht hat, weiß, wie viele Menschen auf dem Grat bei bestem Bergwetter unterwegs sind. Der Klettersteig gilt als einer der schönsten seiner Art. Dazu kommt, dass er trotz seiner Länge gut machbar ist. Zum einen ist der 2007 renovierte Steig üppigst mit Drahtseilen und Eisenbügeln ausgerüstet. Zum anderen bieten sowohl die Mindelheimer Hütte als auch die Fidererpasshütte eine gute Übernachtungsmöglichkeit, so dass sich nicht so konditionsstarke Bergsteiger die Tour auf zwei Tage aufteilen können.

Wir haben es in diesem Jahr geschafft, den Steig bei bestem Bergwetter menschenleer anzutreffen. Vier Leute kamen uns entgegen, drei haben wir überholt. Der Grund: Zum einen waren wir spät im Jahr dran, am 13. Oktober 2012. Und: wir sind spät mittags in den Klettersteig eingestiegen. Und das, obwohl die Tage inzwischen schon merklich kürzer waren.

Aus diesem Grund haben wir auch Gas gegeben und die ersten 1000 Höhenmeter schweißtreibend in zwei Stunden absolviert. Vom Talort Schwendle (1160 m) geht es erst in das Tal hinein und dann in Serpentinen anstrengend und steil bergan. An der Fidererpasshütte vorbei und hoch in die Scharte, wo es nach ein paar Metern am Grat entlang hinein in den Klettersteig geht. Wie so oft ist auch hier die erste Eisenleiter ein guter Gradmesser für das, was kommt. Wer hier zögert, sollte lieber umdrehen.

Copyright: Lena Herrmann

Der Steig ist wunderschön, gut markiert und immer wieder überraschend. Zwischendurch gibt es genug Platz für eine kleine Pause oder ein Überholmanöver, sofern das nötig ist. Ein besonderes Schmankerl ist die Kraxelei auf die drei Gipfel des Schafalpenkopfes (Nördlicher Schafalpenkopf, 2320 m, Mittlerer Schafalpenkopf, 2301 m, Südlicher Schafalpenkopf, 2272 m). Immer wieder geht es luftige Zacken hoch und wieder runter.

Diese Zacken geht es der Reihe nach hoch und runter
Copyright: Lena Herrmann

Luftig aber immer gut gesichert
Copyright: Lena Herrmann

Die Aussicht ist grandios, das gesamte Panorama der Allgäuer Alpen hat man vor sich - je nachdem, in welche Richtung der Berg gerade den Blick freigibt.


Copyright: Lena Herrmann

Copyright: Lena Herrmann

Prinzipiell lässt sich die Tour von beiden Seiten aus gehen. Wir haben uns für die Seite von der Fidererpasshütte aus entschieden, um (vor allem wegen der drohenden Dunkelheit) den längeren Weg nach unten gehen zu können und nicht hoch zu müssen. Klettersteigführer empfehlen die Begehung von Seiten der Fidererpasshütte, weil die beiden Schlüsselstellen so hochzuklettern und nicht abzusteigen sind.

Copyright: Lena Herrmann

Unser persönliches Highlight war der Steinbock, der nur zwei Meter neben dem Weg stand und sich durch uns kaum stören ließ.

Copyright: Stephan Knapek
Am Ende geht es noch über den Gipfel des Kemptner Köpfels auf und dann durch die Kemptner Scharte in Serpentinen schnell den Berg hinunter. Für uns präsentierte sich dort eine Abendstimmung der ganz besonderen Art.

Copyright: Lena Herrmann
Am Wasserfall vorbei geht es dann die letzte Dreiviertelstunde gemütlich zurück zum Auto.

Copyright: Lena Herrmann

Bewertung:
Ein wunderschöner, anwechslungsreicher und hervorragend gepflegter und abgesicherter Klettersteig, der eine große Freude ist. Die länge der Tour sollte jedoch nicht unterschätzt werden, denn die viele Kletterei zehrt an den Kräften. Unbedingt genügend Wasser und Proviant mitnehmen und gegen das Wetter auf über 2000 Meter Höhe vorbereitet sein.

Zeiten:
Schwendle (1160 m) - Fidererpass (2035 m): 2:30 Stunden
Fidererpass (2035 m) - Kemptner Köpfl (2191 m): 3:30 Stunden
Kemptner Köpfl  (2191 m) - Schwendle (1160 m): 2:00 Stunden
Insgesamt: 8 Stunden und 1500 Höhenmeter in Auf- und Abstieg

Samstag, 6. Oktober 2012

Tagestour: Rotwand, 1884 m, Mangfallgebirge

Endlich wieder ein sonniger Oktobersamstag und da der Entschluss zu einer Bergwanderung erst morgens nach dem Aufstehen in mir reifte, sollte es am 6. Oktober 2012 nur einer der bayerischen Voralpengipfel werden. Die Rotwand ist einer meiner liebsten Berge. Erstens, weil man vom Spitzingsee Ort auch im Winter über die Forststraße mit dem Schlitten hochlaufen kann (ca. zwei Stunden). Und außerdem, weil das Rotwanhaus spätestens seit dem Umbau eine wirklich nette Hütte ist mit einem traumhaften Ausblick. Und die Sonne kann man sich auch ins Geschicht scheinen lassen, während der Blick am Hinteren Sonnwendjoch hängen bleibt, dass sich dramatisch vor der Rotwand auftürmt.

Copyright: Susanne Pahler

Der schönste Weg führt vom Spitzingsattel (gebührenpflichtiger Parkplatz, 4 Euro) hoch durch den Wald. Doch schon nach einer Weile kommt man aus dem dunklen Grün raus und läuft über die Almwiesen immer im Blick die Taubensteinbahn, die die Fußlahmen und Sandalen-Touristen auf den Berg hochbringt (Zwei Stunden bis hierher). Doch die meisten Touristen bleiben wo sie sind und so geht der Weg entspannt um den Taubenstein herum. Immer im Blick: das gesamte Panorama der Bayerischen Voralpen, der Wilde Kaiser und bei klarer Sicht sieht man sogar die Berge des Alpenhauptkamms.

Eine Stunde läuft man noch gemächlich vom Taubenstein zur Rotwandhütte, die einfach auf dem besten aller Hüttenplätze steht. Wer mag, geht noch die 20 Minuten rauf zum Gipfel.

Copyright: Susanne Pahler

Wer gerne einen anderen Weg runter als rauf nimmt, dem sei der Forstweg nach Spitzingsee Ort empfohlen (1,5 Stunden). Zum einen schont das Laufen auf dem Forstweg die Knie und außerdem sind die Wege nach regnerischen Tagen oft weich und matschig - da macht der Abstieg nicht allzuviel Freude.

Von Spitzingsee Ort führt ein Weg am See entlang bis hoch zum Spitzingsattel, wo das Auto steht. Auch die Anbindung mit Bayerischer Oberlandbahn (BOB, Haltestelle Fischhausen-Neuhaus) und Bus ist gut. Und weil man grad in der Gegend ist: Ein Besuch im Café Winklstüberl und ein riesengroßes Stück Torte von dort lohnen sich immer!

Bewertung: Die Wanderung ist einfach und nicht ausgesetzt und von der Länge her auch für Ungeübte zu machen. Allerdings sind vereinzelte Stellen beim Anstieg durchaus etwas steiler und somit ist die Tour auch für geübte Berggeher eine erfüllende Wanderung. Bei Nässe sind die Wege teils rutschig und matschig. Geeignetes Schuhwerk ist daher unbedingt zu empfehlen. Aber das ist es ja überall. Wer mit Turnschuhen in die Berge geht, ist selbst schuld.

Zeiten:
Spitzingsattel (1129 m) - Taubenstein (1693 m): 1:30 Stunden
Taubenstein (1693 m) - Rotwandhaus (1737 m): 0:45 Stunden
Rotwandhaus (1737 m) - Rotwandgipfel (1884 m): 0:15 Stunden
Insgesamt: 2:30 Stunden und 755 Höhenmeter im Aufstieg